Klosterpark Reinhardsbrunn
Reinhardsbrunn ist wichtiger Ort Thüringer Landesgeschichte. Als die 'Wiege' des mittelalterlichen Thüringens finden sich hier dynastische und religiöse Wurzeln des Freistaates.

Nachbildung des Klosters
in Reinhardsbrunn
Die Ludowinger, die
späteren Thüringer Landgrafen, bauten in der ersten Hälfte des 11.Jahrhundertes
oberhalb von Friedrichroda ihre erste Burg. In Reinhardsbrunn gab es schon zu
germanischer Zeit ein Heiligtum (ein von 12 Bäumen umstandener Thingplatz), das
Bonifatius um 724 christianisierte (12 Apostel). Ludwig der Springer, Erbauer
der Wartburg, gründete 1085 unweit dieses Heiligen Ortes das Hauskloster der
Ludowinger. Er schloss sich der clyniazensischen Reformbewegung an und 12
Mönchen aus Hirsau bauten ihr Benediktinerkloster, das bald geistlicher und
geistiger Mittelpunkt der Landgrafschaft war.
Der Klosterpark Reinhardsbrunn, insgesamt fast 60 000 m² Wiesen- und Parkfläche, 8 dreistöckige Gebäude, Bungalows und Nebengelasse wird verwaltet und baulich betreut von der ZEITZEICHEN GmbH. Die inhaltliche Arbeit verantworten – in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeindedienst der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland - die Vereine Forum Westthüringen e.V., Neue Arbeit auf dem Lande in Thüringen e.V. (NALIT) sowie ‚Kirche und Tourismus e.V.. Ein wichtiges Ziel ist, die Wurzeln des Ortes wieder sichtbar zu machen. Im touristischen Angebot ‚Wiege Thüringens’ sind die Stammburg der Thüringer Landgrafen, die einst oberhalb von Friedrichroda stand und das Hauskloster dieser Dynastie in Reinhardsbrunn in unterschiedlichen Maßstäben nachgebaut worden. Zur ‚Wiege Thüringens’ gehört auch die Johanniskirche als geistliches Zentrum des Kloster-parks. Das Gotteshaus ist ein maßstabgerechter Nachbau der Taufkirche des Bonifatius aus dem Jahre 724, die auf dem unweit gelegenen Alteberg gestanden hat. 2001 geweiht, erinnert dieses Kirchlein an Ludwig IV. und seine Ehefrau Elisabeth von Thüringen. Die Johanniskirche wird von Anfang an auch als Radwegekirche genutzt.
In vier Häuser des Klosterparks ist noch bis zum Herbst 2009 das Internat des Sprachenspezialgymnasiums Schnepfenthal untergebracht, das Jugendhaus Reinhardsbrunn (2 Gebäude) lädt ein zu Freizeiten, Schulwander- und Projekttagen. Klostertöpferei, Backstube, Führungen durch Schloss- und Klosterpark sowie unterschiedliche Ausstellungen sind weitere Angebote.
Im Zusammenhang mit dem Wegzug
des Internates verhandelt die Kirche über einen Verkauf des Geländes. Die drei
für die inhaltliche Arbeit in Reinhardsbrunn verantwortlichen Vereine verlegen
im Laufe des Jahres 2009 ihren Sitz in das Informationszentrum ‚Spiritueller
Tourismus’. Im Gelände des ehemaligen Heizhauses – gelegen zwischen Klosterpark
und Schlosspark - werden seit einiger Zeit die dafür notwendigen Voraussetzungen
geschaffen. Büros, Sanitärtrakt, Klostercafe und Ausstellungshalle werden zum
künftigen Anlaufpunkt für Pilger, Gäste und Einheimische.
Eine Ausstellung ist zur Zeit in Reinhardsbrunn zu besichtigen. Nähere Informationen finden Sie unter:
www.elisabethjahr-reinhardsbrunn.de