Klosterpark Reinhardsbrunn

 

Reinhardsbrunn ist wichtiger Ort Thüringer Landesgeschichte. Als die 'Wiege' des mittelalterlichen Thüringens finden sich hier dynastische und religiöse Wurzeln des Freistaates.

 


Nachbildung des Klosters
in Reinhardsbrunn

 

Geschichtliches

Die Ludowinger, die späteren Thüringer Landgrafen, bauten in der ersten Hälfte des 11.Jahrhundertes oberhalb von Friedrichroda ihre erste Burg. In Reinhardsbrunn gab es schon zu germanischer Zeit ein Heiligtum (ein von 12 Bäumen umstandener Thingplatz), das Bonifatius um 724 christianisierte (12 Apostel). Ludwig der Springer, Erbauer der Wartburg, gründete 1085  unweit dieses Heiligen Ortes das Hauskloster der Ludowinger. Er schloss sich der clyniazensischen Reformbewegung an und 12 Mönchen aus Hirsau bauten ihr  Benediktinerkloster, das bald geistlicher und geistiger Mittelpunkt der Landgrafschaft war.
 

Heutige Nutzung

Der Klosterpark Reinhardsbrunn, insgesamt fast 60 000 m² Wiesen- und Parkfläche, 8 dreistöckige Gebäude, Bungalows und Nebengelasse ist von der Landeskirche 2010 geteilt und an zwei neue Eigentümer verkauft worden, die dort touristische Nutzungen planen. 2010 haben die bisher für die inhaltliche Arbeit verantwortlichen Vereine Forum Westthüringen e.V., Neue Arbeit auf dem Lande in Thüringen e.V. (NALIT) sowie ‚Kirche und Tourismus e.V. beschlossen, ihre Arbeit zusammenzuführen. Forum und NALIT lösen sich auf, Kirche und Tourismus e.V. übernimmt in seine Satzung wichtige Ziele dieser Vereine und wird Rechtsnachfolger und Erbe. Er verpflichtet sich damit auch das bisher Aufgebaute zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dazu gehört, die Wurzeln des Ortes wieder sichtbar zu machen. Im touristischen Angebot ‚Wiege Thüringens’ sind die Stammburg der Thüringer Landgrafen, die einst oberhalb von Friedrichroda stand und das Hauskloster dieser Dynastie in Reinhardsbrunn in unterschiedlichen Maßstäben nachgebaut worden. Zur ‚Wiege Thüringens’ gehört auch die Johanniskirche als geistliches Zentrum des Klosterparks. Das Gotteshaus ist ein maßstabgerechter Nachbau der Taufkirche des Bonifatius aus dem Jahre 724, die auf dem unweit gelegenen Alteberg gestanden hat. 2001 geweiht, erinnert dieses Kirchlein an Ludwig IV. und seine Ehefrau Elisabeth von Thüringen. Die Johanniskirche wird von Anfang an auch als Radwegekirche genutzt.

Durch den Verkauf des Klosterparks hat der Verein Kirche und Tourismus e.V. seinen Sitz in das ehemaligen Heizhauses – gelegen zwischen Klosterpark und Schlosspark - verlegt. Dafür sind in den letzten Jahren durch Einbau von Büros und Sanitärtrakt die nötigen Voraussetzungen geschaffen worden. Gefördert durch den Freistaat Thüringen und die Bruderhilfeakademie Kassel entsteht in der ehemaligen Kesselhalle des Heizhauses ein Thüringer Informationszentrum Spiritueller Tourismus, das am 3.Juli 2011 eingeweiht wird.

Im benachbarten Ausstellungsgebäude werden die bereits vorhandenen Präsentationen ihren Platz finden ('Elisabeth und Reinhardsbrunn', 'Die Geschichte der Deutschen im Posener Land'). Informationen zur Elisabethausstellung aus dem Jahr 2007 unter www.elisbethjahr-reinhardsbrunn.de

Seit Januar 2011 hat der Verein 'Kirche und Tourismus e.V.' die Trägerschaft für das Thüringer Lutherwegbüro übernommen. Das bedeutet auch die Verantwortung für die beiden dort Mitarbeitenden. Eine Ausstellung zum Lutherweg wird ebenfalls am 3.7.2011 eröffnet.

Kirche und Tourismus e.V. ist im Mai 2011 durch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland als Werk der Kirche anerkannt worden und wird das Thema 'Spiritueller Tourismus' künftig in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Gemeindedienst bearbeiten und weiterführen.