1085 wurde das Benediktinerkloster Reinhardsbrunn gegründet.
Der zuständige Thüringer Landgraf Ludwig der Springer beauftragte 10 Mönche aus dem Reformklosters Hirsau im Schwarzwald mit dem Neubau der Abtei Reinhardsbrunn. Damit entstand hier das Hauskloster der Ludowinger und ihre Grablege. Anknüpfen konnten die Regierenden an die Tradition eines Heiliges Ortes in Reinhardsbrunn. Hier hatten schon in vorchristlicher Zeit die Germanen ihre Gottheiten verehrt.

Klosterruine Hirsau heute
Mit der Gründung des Klosters wird Reinhardsbrunn auch
zum Bildungsstandort. Die Bibliothek des Klosters, die Schreiber, Berater und
Biografen der Landgrafenfamilie begannen mit dem Verfassen der Reinhardsbrunner Chroniken, die bis heute einen anschaulichen Eindruck vom
damaligen Klosterleben vermitteln. Bildungsaufgaben standen bis zum Ende des
Klosters durch
Reformation und Bauernkrieg im Jahre 1525
im Zentrum des Klosters.
Es zeichnete die Benediktiner aus, dass sie sich vor allem der Wissenschaft und Bildung widmeten. Diese Bildungstradition des Standortes Reinhardsbrunn veranlasste Ernst I. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha (Regierungszeit 1640 – 1675) sein ‚Collegium Hunnianum’ für Reinhardsbrunn zu planen, wo seit 1601 aus den Resten der Klosterbauten Amtshaus, herzoglicher Witwensitz und eine Reihe von Nebengebäuden entstanden waren.
Im Zuge einer umfassenden Landesreform, die mit der Reform des Kirchenwesens begann, entwickelte er Pläne, um die Spannungen zwischen den Kirchen Europas, die aus der Wittenberger Reformation hervorgegangen waren, auszugleichen. Der Lübecker Superintendent Nikolaus Hunnius hatte bereits 1632 den Gedanken eines internationalen Senats entwickelt, der für die Schlichtung theologischer Differenzen zwischen den lutherischen Kirchen zuständig sein sollte. Im Frühjahr 1670 griff Herzog Ernst I. diesen bereits weit durchdachten Plan auf. Er war bereit, sowohl das Stiftungskapital – 200 000.-Taler zur Besoldung von vier Theologen, vier Beisitzern und vier Schreibern – als auch den Raum für die Arbeit des Senats zur Verfügung zu stellen. Als Sitz dieses Gremiums schlug er Reinhardsbrunn vor. Eine Delegation machte sich auf den Weg durch Mittel- und Nordeuropa, um den dortigen Regierungen diesen Plan vorzustellen. Sie bereiste die Höfe in Wolfenbüttel, Holstein, Dänemark, Schweden und Mecklenburg.
Der Plan scheiterte an obrigkeitlichen Vorbehalten, juristischen Unsicherheiten und der Empfindlichkeit Kursachsens, das übergangen worden war, aber den Vorsitz im "Corpus Evangelicorum" beim Reichsregiment hatte.
Der gleiche Herzog war es auch, der – wie schon oben erwähnt – als erster in Deutschland für seinen Regierungsbereich die allgemeine Schulpflicht einführte und Grundschulen einrichten ließ.
Das 18. Jahrhundert I - Christian Gotthilf Salzmann
Christian
Gotthilf Salzmann
Die Aufgeschlossenheit für Bildung und Erziehung hat dann wohl auch 100 Jahre später Christian Gotthilf Salzmann bewegt, 1784 in Schnepfenthal, 2 km von Reinhardsbrunn entfernt seine Bildungsanstalt zu errichten, wofür er vom Gothaer Herzoghaus entsprechende Unterstützung bekam.
Seit 1984 stehen im Ehrenhain des heutigen Salzmanngymnasiums die Porträtbüsten der beiden bekanntesten Pädagogen in der Geschichte der Schule Salzmann und Gutsmuths. Der Gründer des Philanthropins und sein erfolgreichster Mitarbeiter. Beide zusammen zeugen von einem bedeutenden Kapitel deutscher Kulturgeschichte, das für die Pädagogik entscheidende Weichen gestellt hat. Bis heute wird weltweit in der Lehrerausbildung auf diese Reformansätze verwiesen, die zu einer ganzheitlichen Erziehung führten, zu einem partnerschaftlichem Umgang mit den Zöglingen. Die Bildung mit Kopf, Herz und Hand findet in Schnepfenthal überzeugende Umsetzung.
In seiner im Jahre 1784 erfolgten Ankündigung einer neuen Erziehungsanstalt hat sich Salzmann zu einer harmonischen Bildung von Körper und Geist bekannt. Er wollte Körperübungen, wie er sie während seiner Tätigkeit im Philanthropin in Dessau kennen- gelernt hatte, außerdem Spiele sowie verschiedene Formen von handwerklicher Tätigkeit auch in den Unterricht in Schnepfenthal aufnehmen.
Er schreibt dazu in dieser programmatischen Schrift aus dem Jahre 1784, dem Gründungsjahr seiner Erziehungsanstalt in Schnepfenthal: ‚Für den Körper meiner Zöglinge werde ich so sorgen, dass er Gesundheit, Kraft, Festigkeit und Geschicklichkeit bekommt, stets eingedenk meines Grundsatzes, dass es schwer sei, dass eine glückliche und starke Seele in einem schwächlichen Körper wohnen und wirken könne.’
Auch auf Abhärten durch kaltes Wasser und frische Luft, sowie gesunde Ernährung legte Salzmann hohen Wert, zusammen mit der propagierten Bewegung, den Naturstudien und dem hohen Wert einer Lebensordnung, die sich beim Theologen Salzmann selbstverständlich aus christlichen Wurzeln speist.
Im Zusammenhang mit dem Europäischen Jahr der Erziehung durch Sport 2004 war es für die Region wichtig, auf diese ganzheitlichen Bildungsansätze verstärkt hinzuweisen. Als historisches Schlaglicht sei in diesem Zusammenhang auf den anderen genialen Pädagogen von Schnepfenthal hingewiesen, der für die Pädagogik weltweit die Weichen in Richtung Schulsport stellte.
Das 18. Jahrhundert II- Christoph Friedrich Gutsmuths
Johann
Christoph Friedrich Gutsmuths
Johann Christoph Friedrich Gutsmuths arbeit seit 1785 als Lehrer für Geografie, Französisch, Geschichte und Gymnastik an der Bildungsanstalt in Schnepfenthal. 54 Jahre lang ist er hier Lehrer, Ostern 1839 beendet er fast 80 jährig seine berufliche Tätigkeit, nur wenige Wochen später stirbt er in seinem Haus im benachbarten Ibenhain. Von 1786 bis 1835 ist er Turnlehrer der Anstalt, 1793 verfasst er das erste Turnunterrichtsbuch der Welt unter dem Titel: Gymnastik für die Jugend. 1796 folgt das Werk: Spiele zur Übung und zur Erholung des Körpers und des Geistes, für die Jugend, ihre Erzieher und alle Freunde unschuldiger Jugendfreuden. Schon im Sommer 1790 wird der Schwimmunterricht in Schnepfenthal eingeführt, auch dies weltweit erstmalig. Dazu verfasst Gutsmuths 1798 sein ‚Kleines Lehrbuch der Schwimmkunst. ’Er beginnt 1785 mit seine Tätigkeit als Turnlehrer auch die Umsetzung seines pädagogischen Konzepts für den Schulsport und entwickelt diese in den 50 Jahren seines Lehrerdaseins ständig weiter. In Salzmanns Erziehungsanstalt, wurde von Anfang an hoher Wert auf die Körperertüchtigung gelegt. Aus dem Basedow’schen Philanthropin in Dessau war der so genannte Dessauer Penthalon nach Schnepfenthal übernommen worden. Er beinhaltete Laufen, Springen, Werfen, Balancieren und Tragen von Lasten. Gutsmuths erweitert die Leibeserziehung durch seine eigene Art von Gymnastik, wozu auch Ringen, Klettern und eben Schwimmen gehören. Und Schwimmen nicht nur als Sport, sondern auch als eine Form der Abhärtung und zum Kennen lernen der Hygiene. So gab es Schwimmunterricht bis weit in den Spätherbst hinein, die Reinhardsbrunner Teiche boten dafür ideale Voraussetzungen.
Für Gutsmuths waren Badeanstalten für öffentliche Schulen und Erziehungshäuser ein Muss gerade auch deswegen, weil Tod durch Ertrinken Ende des 18.Jahrhunderts weit verbreitet war. Bei seinem Anfängerunterricht verwendete er Auftriebshilfen wie Schwimmblasen und Korkplatten.
Im Winter wurden die Badeteiche zum Schlittschuhlaufen genutzt. Sport war nicht um des Sportes willen Teil der Pädagogik. Gutsmuths schreibt: ‚Lasst uns menschenfreundlich denken! Wir wollen eingestehen, dass alleinige Ausbildung des Geistes den Körper zerstöre und umgekehrt, dass bei alleiniger Körperbildung der Geist verwildere.’ (1804). Dazu war es notwendig, den Schülern zunächst einen zwanglosen Einstieg in die Leibeserziehung zu bieten. Spiele besondern an frischer Luft sah er als das richtige Mittel an, auch um die Distanz zwischen Erziehern und Jugendlichen abzubauen. Dazu verwendete er in Deutschland bekannte Ball- und Bewegungsspiele und integrierte auch typische Spiele des europäischen Auslands, wie Kricket und Baseball aus England, Golf aus Schottland, Ballonschlagen aus Italien und Kugelspiele aus Frankreich.
Ein zentraler Ort für die Entwicklung des Turnsports an Schulen und weit darüber hinaus ist der nun heute wieder restaurierte Gymnastikplatz auf der Hardt.
GutsMuths schreibt 1817: ‚Im Jahre 1785 betrat ich als Jüngling Schnepfenthal, da führte mich Salzmann auf einen hübschen Platz mit den Worten: Hier ist unsere Gymnastik. Auf diesem Plätzchen am Rande eines Eichenwäldchens entwickelte sich nach und nach die deutsche Gymnastik.’

Der Gymnastkplatz in der Hardt bei
Schnepfenthal: Illustration aus einem deutschsprachigen Lexikon (Holzstich,
Künstler unbekannt), um 1895
Anfang standen noch keine Geräte auf dem Platz. GutsMuths hat selbst Schwebebaum und Leiter dort aufgestellt, um den Heranwachsenden Bewegungsaufgaben geben zu können, die Mut, Gewandtheit, Einfühlungsvermögen, sicheres Auge und Geschicklichkeit erfordern. Körperertüchtigung, die bislang eine Domäne des Adels war wurde so dem aufstrebenden Bürgertum zugänglich gemacht und popularisiert. Die Lebensnähe stand beim Gymnastikunterricht im Vordergrund. Wie kann ich natürliche Hindernisse überwinden oder wie verhalte ich mich bei Gefahr.

Das von GutsMuths entwickelte Turngerüst in einer historischen Abbildung
(In: Guts Muths, J. C. F.: Turnbuch für die Söhne des Vaterlandes. –
Frankfurt/Main, 1817. – Tafel III).
Als Laufstrecke nutzte der Turnlehrer das weite Waldgebiet, das gleich hinter der Schule begann. Von dort führte der Weg nach Tabarz, den Lauchagrund hinauf am Torstein vorbei auf den Inselsberg. Diese Ausdauerleistung beschreibt GutsMuths in seinem Turnbuch für die Söhne des Vaterlands folgendermaßen: ‚Morgens um vier sind wir von Schnepfenthal aufgebrochen, das gewöhnliche Frühstück in der Tasche. In gerader Richtung durchschritten wir, über Berg und Tal, eine Gegend des Thüringer Gebirges bis über die höchsten Rücken hin. Oft durchs Heidekraut bis über die Knie, durchs Dickicht der Waldungen und durch wildfremde Strecken.’
Bei der Auswahl seiner Übungen folgte GutsMuths einer eigens entwickelten logischen Systematik. Vom Einfachen zum Schweren. Vor die Hauptübungen schaltete er Vorübungen und achtete genau auf die Einhaltung des gymnastischen Gesetzes, dass die Glieder beider Seiten gleichmäßig geübt werden müssen.

Eine heutige Aufnahme des Spotplatzes in Schnepfenthal.
Heute
Das heutige Staatliche Spezialgymnasium für Sprachen, das vom Freistaat Thüringen im Jahr 2001 – im Gefolge des Europäischen Jahres für Sprachen – gegründet worden ist und nach Schnepfenthal vergeben wurde – knüpft an die Tradition von Salzmann und GutsMuths an und bringt die Salzmannschule zu neuen Ehren. Dies nun auch verstärkt im Zusammenarbeit mit Reinhardsbrunn seit das Internat des Sprachenspezialgymnasiums auf dem Gelände des herzoglichen Außenparks Reinhardsbrunn eingerichtet wurde. Die Schule selbst liegt am Rande der Parklandschaft und am Rande des Dorfes Schnepfenthal (Ortsteil von Walterhausen). Inmitten des Parks das Schloss sowie Klosterpark und Stift beide auf dem Areal des ehemaligen Klosters Reinhardsbrunn.
Klosterpark
Zu den Bildungsstationen nach dem Auflösen des Klosters zählt sicher auch die Entwicklung des das Schloss umgebenden Parks. Die Nähe des Herzoghauses zur englischen Monarchie (zum Beispiel war Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha Ehemann von Victoria, Königin von England), wurde der Schlosspark im 18. Jahrhundert in eine Englischen Garten umgewandelt. Ein berühmtes Beispiel europäischer Gartenarchitektur, das schon Anfang des 19.Jahrhunderts Bildungsbürger aus ganz Deutschland und darüber hinaus zu Parkbesuchen animierte. Dazu musste 1804 in Reinhardsbrunn eine eigene Herberge, das ‚Parkhotel’ gebaut werden.
Das Schloss war Kulturort und Treffpunkt des Europäischen Hochadels und auch nach der Enteignung 1946 und der Umwandlung in ein Devisenhotel war es Kongress- und Tagungsort für viele in- und ausländische Gruppen.

Schloss Reinhardsbrunn
Die im herzoglichen Außenpark seit 1951 entstehenden Ferieneinrichtungen trugen auf ihre Weise zur Bildungstradition von Reinhardsbrunn bei. Allerdings eher gegen die bisherigen Nutzungen und im Verdrängen des seit der Klosterzeit bestehenden Anspruchs. Die 1500 Kinder, die in den Ferien pro Durchgang zunächst in Zelten und Baracken und seit Anfang der achtziger Jahre in mehrstöckigen Häuser und Bungalows untergebracht waren, wurden entsprechend des Auftrages der Pionierorganisation ‚Ernst Thälmann’ betreut. Neben unbeschwertem Ferienfreuden stand immer auch der ideologische Anspruch zur sozialistischen Menschenerziehung.
Außerhalb der Ferien wurde die Anlage genutzt zu Lehrgängen und zur vormilitärischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Die Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind und die Verteidigung des sozialistischen Vaterlands brauchte wehrhafte Kinder und Jugendliche.
Die Bildungstradition des Klosters Reinhardsbrunn wurde wieder wichtig, nachdem die Thüringer Landeskirche Anfang 2002 über die Treuhandanstalt die beiden Reinhardsbrunner Ferieneinrichtungen gekauft hatte, um hier ihre zentrale Bildungs- und Begegnungsstätte aufzubauen. Die Bildungstraditionen im Schlossbereich wurden mit dem Verkauf an eine Hotelkette, die hier ein Fünf-Sterne-Hotel plante, abgebrochen und seit der Stilllegung des Schlosses gänzlich auf Eis gelegt.
Am 1.3.1992 wurde das Evangelische Stift Reinhardsbrunn eröffnet. Die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen, die Ländliche Heimvolkshochschule Thüringen, das Pädagogisch-Theologische Zentrum, die Aus- und Weiterbildung der Pfarrvikare, das Seelsorgeseminar, das Pastoralkolleg und der Kirchliche Dienst auf dem Lande mit dem Forum Westthüringen fanden hier neu Heimat.
Nun begann eine Phase intensiver Aus- und Weiterbildung, aber auch Gäste aus ganz Deutschland fanden Unterkunft. Das Stift wurde zur Drehscheibe der Begegnungen zwischen Ost und West, zuletzt konnte man über 20 000 Gäste pro Jahr begrüßen, die hier zu Bildungsveranstaltungen weilten. Durch einen Rückübertragungsanspruch des Herzoghauses Sachsen-Coburg und Gotha als Alteigentümer geriet die Arbeit im Evangelischen Stift in Bedrängnis. In Folge beschloss die Synode der Landeskirche zum 1.1.1998 die Beendigung ihres ehrgeizigsten Nachwendeprojektes und die Verteilung der Bildungseinrichtungen auf andere Standorte.
Von da an übernahm die Neue Arbeit auf dem Lande in Thüringen e.V. in engem Verbund mit dem Kirchlichen Dienst auf dem Lande, dem Forum Westthüringen und der Evangelischen Erwachsenenbildung die Nutzung des Geländes. Nun begann die eigentliche Spurensuche nach den Klostertraditionen und die Anknüpfung an die frühere Bildungsarbeit von Reinhardsbrunn. Als erste Aktion wurden die Eigentumsverhältnisse geklärt, nach Verhandlungen verzichtete das Herzoghaus auf das Areal des Evangelischen Stiftes.
Ein erstes Projekt war die Einrichtung eines Übergangswohnheimes für deutsche Spätaussiedler. Vor allem Russlanddeutsche finden seitdem hier für ein Jahr neu Heimat. Hilfen zur Integration und Bildungsangebote für Spätaussiedler waren ein Teil der Bildungsarbeit in Reinhardsbrunn.
Das Evangelische Stift wurde umbenannt in Klosterpark und Stift Reinhardsbrunn, auch um die Klostertradition direkt im Namen zu führen.
Ein weiteres Projekt war das Kinder- und Jugendhaus, Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien werden seitdem gut angenommen. Schulen veranstalten hier ihre Projekttage, Jugendgruppen kommen zu Freizeiten, Familien werden eingeladen vom u. a. Thüringer Familienbund.
Die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen und ihre Regionalstelle West in Reinhardsbrunn organisiert Bildungsveranstaltungen im Rahmen der politischen sozialen, kulturellen und religiösen Bildung.
Seit 2001 vermietet Klosterpark und Stift Reinhardsbrunn an das neu gegründete Sprachenspezialgymnasium Salzmannschule Schnepfenthal Häuser für das Schulinternat. Damit werden Bildungsansätze dieser Sprachenschule auch in Reinhardsbrunn umgesetzt und die örtliche Bildungstraditionen bietet Ergänzungen zum Schulprofil.
2003 wurde durch NALIT (Hauptgesellschafter) und Wartburg-Verlag (Minderheitsgesellschafter) die ZEITZEICHEN gGmbH gegründet, um die Verwaltung und Verwertung von Klosterpark und Stift durch eine eigene Gesellschaft zu gewährleisten. ZEITZEICHEN hat einen Erbpachtvertrag mit der Thüringer Landeskirche abgeschlossen, so dass eine nachhaltige Entwicklung für Reinhardsbrunn möglich geworden ist.
Bemühungen um die Profilierung des Standortes
Reinhardsbrunn
Die Verantwortlichen im Klosterpark haben zwischen 2002 und 2004 eine Gründungsinitiative ins Leben gerufen, das nicht genutzte und vom Verfall bedrohte Schloss Reinhardsbrunn in ein Akademiezentrum umzuwandeln. Vor der damaligen Landtagswahl gab es positive Signale von der Politik, Finanzierung und Umsetzung zu unterstützen. Das Projekt, das an die Akademiepläne von Herzog Ernst I. aus dem 17.Jahrhundert anknüpfen wollte, soll hier dokumentiert werden:
Fachbereich interkulturelle
Erwachsenenbildung und
Mitarbeiterqualifikation
Fachbereich interkulturelle Wirtschaftskommunikation
Fachbereich ostasiatische Sprachen und Kulturen
Fachbereich interreligiöser Dialog
mit Forschungs- und
Entwicklungszentrum "alternative Baustoffe" im
Klosterpark
mit Praxisbereich Naturheilzentrum im Klosterpark
Leider konnte das Projekt Akademiezentrum nicht umgesetzt werden. Das Schloss Reinhardsbrunn hat inzwischen zweimal den Besitzer gewechselt, seine Zukunft ist weiter ungewiss.
Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bildungsstandortes Reinhardsbrunn erhofften die Reinhardsbrunner Verantwortlichen eine Dauerlösung als Internats-standort für die Salzmannschule Schnepfenthal. Trotz guter Konzepte und Unterstützung der Landeskirche ist anders entschieden worden. Im Jahr 2008 begannen die Bauarbeiten auf einem Gelände neben der Schule. Dort entsteht ein Internatsneubau, der ab Sommer 2009 Schritt für Schritt bezogen werden soll. Damit enden die Mietverträge zwischen ZEITZEICHEN und der Internate GmbH, was die Landeskirche veranlasst hat, Gelände und Immobilien zum Verkauf anzubieten. Was aus den Angebote rund um das Naturheilzentrum werden wird ist ungewiss, es ist zu hoffen, dass Lehmpfad, Kneipp-Tretbecken, Fußreflexzonenpfad und Pfad der Sinne weitergenutzt werden können. Zumindest die Johanneskirche wird nach dem Verkauf öffentlich zugängliche Kirche bleiben.
Das Informationszentrum
'Spiritueller Tourismus', das die Reinhardsbrunner Vereine im ehemaligen
Heizhaus - gelegen zwischen Schloss- und Klosterpark aufbauen - wird
mithelfen, dass sich Reinhardsbrunn weiter auf seine Wurzeln besinnt.
Der Lehmpfad nach Pastor Emanuel Feluke soll auch weiterhin gute Dienste
leisten.
Es gibt ungezählte Möglichkeiten ehemaligen und aufgegebenen Klöstern neues Leben zu geben. Wichtig ist den Reinhardsbrunnern, dass diese Neunutzung sich auf die Wurzeln bezieht, weil die geistige und geistliche Kraft eines heiligen Ortes für Gegenwart und Zukunft eine unverzichtbare und unvergleichbare Ressource ist.